StartseiteUnser HofReiterferienReitenWeitere AngeboteTermineBildergalerieKontakt

Kinderprogramm mehrmals die Woche

Wir bieten an mehreren Tagen die Woche für unsere kleinen Pferdefans (4-8 Jahren), die noch zu jung sind um selbständig zu reiten sich aber trotzdem brennend für die Pferde interessieren, eine Spielgruppe an.

Was Kinder beim Pony führen lernen
von Daniela Holzleitner

Immer wieder höre ich von Eltern den Satz „Mein Kind soll reiten lernen und nicht die ganze Zeit nur das Pony führen.“
Ich glaube den wenigsten Eltern ist bewusst, wie viel Lehrreiches und Notwendiges ihr Kind beim Pony führen lernt.

Zunächst einmal beginnt der Umgang mit dem Pony und das Erlernen der Pferdesprache für die Kinder am Boden, nicht im Sattel.
Sowohl für Kinder, als auch für Ponys ist es wichtig, eine Beziehung zueinander aufzubauen. Diese beginnt im Idealfall VOR dem Aufsitzen.

Bevor es ans eigentliche Reiten geht, ist es wichtig, dass Kinder Angstfreiheit und Sicherheit im Umgang mit den Ponys am Boden erlernen.
Durch das Führen des Ponys lernt das Kind nicht nur die Koordination des eigenen Körpers, Auge-Hand-Richtung: Ich blicke in die Richtung in die ich führe, ich zeige in die Richtung, in die ich führe, ich gehe in die Richtung in die ich blicke, zeige, führe.
Viel später ist im Idealfall gar kein Führstrick mehr notwendig.

Beim Führen lernen die Kinder ebenso die Verantwortung für ihr eigenes Handeln, wie auch für ihr Pony zu übernehmen.
Selbstverantwortliches Handeln und Durchsetzungsvermögen durch die Zielstrebigkeit „Hier bin ich und da will ich hin.“
Die Kinder lernen ihren eigenen Platz und Plan zu vertreten, indem sie dem Pony vermitteln, wo sie stehen und diesen Raum notfalls auch zu verteidigen, indem sie die Arme heben und mit den Oberarmen auf und abfahren (ähnlich wie beim Ententanz). Dadurch signalisieren sie ihrem Pony ganz konkret, dass es ihren Raum respektieren muss.
Hierdurch gewinnen die Kinder unter anderem Selbstsicherheit im Umgang mit dem Pony.

Das Führen des Ponys vermittelt den Kindern die Kompetenz eigenständig zu denken und zu handeln, indem sie selbst die Richtung vorgeben. Hierdurch vermitteln sie auch dem Pony die Sicherheit: Mein Mensch weiß, was er tut.
Pferde sind Herden- und Fluchttiere. Sie kennen und brauchen eine Rangfolge ebenso, wie einen Freund auf den sie sich verlassen können.
Gleichzeitig lernt das Kind, dass Ponys anders reagieren als Menschen und eine andere Sprache sprechen.
Mit dem natürlichen Einfühlungsvermögen, das Kinder mitbringen, wird es dem Kind bald gelingen, sein Pony richtig einzuschätzen, was dem Kind wiederum Angstfreiheit und Selbstsicherheit im Umgang mit seinem Pony vermitteln wird.

Das Kind lernt durch das Führen seines Ponys nicht nur, sich auf das Pony zu konzentrieren, sondern auch die Wahrnehmung der Umgebung: Ist es windig? Macht etwas meinem Pony Angst? Wo sind andere Reiter oder Hindernisse, wo und wie muss ich ggf. mit meinem Pony ausweichen?
Konzentration, Motorik und eigenverantwortliches Denken werden hierdurch geschult.

Für ängstlichere Kinder ist es noch wichtiger, zunächst einen sicheren Umgang mit ihrem Pony durch das Führen zu finden.
Jedes Kind soll ganz individuell die Zeit bekommen, die es braucht, bis es bereit ist auf ein Pony zu steigen.
Die Welt sieht von unten ganz anders als von einem Pferderücken aus, das kann Jeder bestätigen, der bereits auf einem Pferd gesessen hat und das kann vorsichtigeren Kindern auch schnell mal Angst machen. Vor allem dann wenn man als Kind sein „Kuscheltier“ plötzlich ganz anders wahrnimmt.

Kinder lieben es außerdem, ihre Ponys zu führen.
Gerade in der heutigen, leistungsorientierten und schnelllebigen Zeit, in der so viel von unseren Kindern erwartet und verlangt wird, sollten unsere Kinder doch wenigstens in ihrer Freizeit noch Kinder sein dürfen und angstfrei und spielerisch, individuell und eigenständig soweit möglich, ihr Tempo selbst bestimmen dürfen.
Kinder streben immer danach, sich weiter zu entwickeln, ganz automatisch. Sie WERDEN früher oder später aufsteigen und reiten WOLLEN. Geben wir ihnen die Zeit und den Raum, den sie selbst sich erfühlen und ersehnen.
Selbstwahrnehmung ist heutzutage sehr wichtig. Kinder verfügen noch über eine ganz natürliche Selbstwahrnehmung. Fördern und bewahren wir ihnen diese.
Der Umgang mit dem Pony, ob am Boden oder auf dem Rücken lehrt unsere Kinder so vieles und auch Rom wurde nicht an einem Tag erbaut.

Zum Abschluss noch ein paar Sätze von Tanja Konnerth, die sehr zutreffend sind:
Kinder und Pferde brauchen Zeit, sich aufeinander einzustellen, sich kennenzulernen und einen gemeinsamen Weg zu finden, der durch Respekt und Vertrauen geprägt ist. Das geht nicht in festgelegten Zeiteinheiten und mit dem Ziel beim nächsten Stallfest bereits eine Vorführung mitreiten zu können.“

Termine

Der Spielgruppen Unterricht dauert jeweils 1.5 Stunden.

Anmeldung ist immer erforderlich (Anrufen bei Bettina Schmid).

Kosten

4er Karte 55 €, 2 Monate gültig
10er Karte 135 €, 3 Monate gültig
Schnupperstunde 15 €

Leitung

Geleitet wird die Gruppe von Bettina Schmid.